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Anziehungskraft Van der Waalschen Kräfte 
1.Warum Siedepunkt von H2S bei-60C und der von H2O bei 100C obwohl H2S fast doppelte Masse als das H2O+Molekül? 
2.Wie kann man entscheiden ob H2O oder NH3 die ausgeprägtere Dipoleigenschaft hat 
3.Durch welche Kräfte können Moleküle im Festkörper zusammengehalten werden? 
 
 

 

 
Hallo G., 

hier ist unsere Antwort auf Deinen Fragen! 
 

 
Die Polarität von Molekülen hängt zunächst von ihren Dipolmomenten ab. 
Vergleicht man die Moleküle CH4, NH3 und H20 so sind  bei allen Wasserstoffatome mit einem elektronegativeren Zentralatom verbunden. 
Stellt man sich nun die Molekülstruktur als Tetraeder vor in dessen Mitte sich das Zentralatom befindet so wird deutlich , daß sich im CH4-Molekül die vier C-H -Dipolmomente zu einem Gesamtdipolmoment 0 addiert werden können. Methan ist also unpolar und verfügt über keinen permanenten Dipol. 
Im NH3 -Molekül können nur drei N-H - Dipolmomente addiert werden. 
Im H20 -Molekül können nur zwei N-H - Dipolmomente addiert werden. (Vektorielle Addition) 
Somit hat Wasser das stärkste Gesamtdipolmoment. Neben den polaren Bindungen tragen auch die einsamen Elektronenpaare zum Dipol bei. 

Unpolare Moleküle, die keinen permanenten Dipol aufweisen dürften daher nicht flüssig oder fest werden können. 
Da diese jedoch der Fall ist müssen noch weitere intermolekulare Kräfte vorhanden sein. Solche Kräfte wurden von Johannes van der Waals und Fritz London beschrieben und werden als van der Waals- oder Londonsche Kräfte bezeichnet. 
(induzierter Dipol). 
Allgemein gilt: Je größer das Molekül, desto stärker die Kräfte. 
So kann man die die Wasserstoffverbindungen der Elemente der 4. Hauptgruppe (unpolare Moleküle) wie erwartet nach steigendem Siedepunkt ordnen:CH<SiH<GeH<SnH4 

Bei den Wasserstoffverbindungen der 5-7 Hauptgruppe findet man diese regelmäßigkeit nicht! 
In diesen Hauptgruppen kommen zu den Londonschen Kräften noch die Dipol-Dipol-Kräfte. Damit kann man generell die höheren Siedepunkte als die der Wasserstoffverbindungen der 4. Hauptgruppe erklären. 
Jedoch weisen jeweils die ersten Wasserstoffverbindungen einen höheren Siedepunkt auf als vermutet. 
So siedet Wasser höher als Schwefelwasserstoff obwohl Wasser eine geringere Molekülmasse hat. 
Gleiches gilt für NH3 und PH3  sowie HF und HCl. 

Die Erklärung dafür liegt in der starken Bildung von Wasserstoffbrücken. 
Die Stärke der WasserstoffbrücKen hängt zwei Faktoren ab: 
1. stärke der Polarität der Bindung zwischen Wasserstoff und dem Zentralatom. 
    H-O  ist polarer als H-S 
2. Das Atom welches sich mit seinem Elektronenpaar an der Wasserstoffbrücke beteiligt muß relativ klein sein. 
    Sauerstoff ist kleiner als Schwefel. 
 

 
 
 
 
 

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